BioNetworX – Biologie, Umwelt, Wissenschaft und Beruf

BioNetworX wissenschaftlich denken – ökologisch handeln

Buch & Fotografie – mein neuer Schwerpunkt

Liebe Leser meines Bionetworx Blogs!
In der letzten Zeit hat sich mein Tätigkeitsfeld, ein wenig weg von dem eines Biologen, hin zur Fotografie entwickelt.
Ich werde daher kaum noch Zeit haben, hier viel zu biologischen Themen zu schreiben.
Ich würde mich aber freuen, wenn sich der eine oder andere Kollege finden würde, der in diesem gut besuchten Blog hin und wieder etwas schreiben möchte. Wer sich das für sich vorstellen kann, wende sich bitte an mich.


Ich darf hier auf mein neues Buch hinweisen, dass ich zusammen mit Katharina Roder geschrieben habe:

Das Buch „In meiner Trauer bei bod.de

Fotografie Kreuels
Aktuell arbeite ich vor allen Dingen als Fotograf.

Auf meinem Fotoblog finden Sie fast täglich neue Fotografien aus den Bereichen Naturfotografie, Kunstfotografie und relativ neu, Postmortemfotografie.


Gruß Martin Kreuels

Kritisch, pfiffig, engagiert – im Mai startet „5 hoch 3“, das neue Projekt vom Bund Naturschutz für junge Erwachsene

Für naturbegeisterte junge Menschen, die für die Umwelt mehr tun möchten als Müll trennen und Biojoghurt essen, hat das Netzwerk BN2.0 zusammen mit dem BN-Bildungswerk ein neues Projekt auf die Beine gestellt: „5 x Wissen, Vernetzung, Umsetzung“, kurz „5 hoch 3“, bietet an fünf Wochenenden im Jahr 2010 eine spannende und neuartige Kombination aus Fachvorträgen, Netzwerken und Aktionen mit Witz und Pfiff.

Die Netzwerker treffen sich an unterschiedlichen Orten in ganz Bayern mit dem Ziel, den weiten Weg vom Kopf zur Hand abzukürzen. Denn an allen fünf Einheiten steht nach den Vorträgen renommierter Fachleute die direkte Umsetzung durch die Teilnehmer an. Schon das erste Wochenende Anfang Mai unter dem Motto „Ohren und Augen auf fürs Federvieh“ bietet ausreichend Gelegenheit dazu. Wissensvermittlung, Spaß haben, aktiv werden und gleichgesinnte Leute kennenlernen – wer eine solche Mischung mag, wird an allen fünf Wochenenden auf seine Kosten kommen.

Eingeladen sind Singles genauso wie Familien mit Kindern, Leute mit „grünen“ Berufen genauso wie Leute, die sich in ihrer Freizeit für die Umwelt engagieren möchten. Damit auch Eltern in Ruhe netzwerken und die Angebote wahrnehmen können, wird es für die Kleinen eine eigene Betreuung geben.

Den Flyer und Infos zum Netzwerk gibt es unter www.bn-zweinull.de

Biologe als Dienstleister

Das Nachfolgende ist sicherlich nicht zu verallgemeinern, kommt aber doch immer wieder vor: Anfang November ruft mich ein Werksleiter einer größeren Firma an, die Tierreste verwerten. Sie produzieren in Europa und verschiffen die Ware nach Asien. Ein paar Wochen später erhält er eine Reklamation, weil Käfer einer unbekannten Art in der Ware gefunden wurden.
Da es um viel Geld (6stelliger Betrag) geht, versucht er über die Uni einen Fachmann zu bekommen, der ihm die Tiere bestimmen kann und ihm vor allem sagen kann, woher die Tiere stammen, damit die Kosten nicht seinem Werk angelastet werden. Es ist also eine exentielle Frage.

Die Uni wendet sich an mich und ich frage Kollegen, um den geeigneten Fachmann zu finden. Nach vielen Gesprächen gelange ich an eine Einrichtung in H., die sich mit, über importierte Ware, eingeschleppte Arten beschäftigt. Sie rechnen sogar 15minütig genau ab. Machen also insgesamt einen sehr professionellen Eindruck, da sie auch noch den Namen „amtlich…“ im Firmennamen tragen, sogar noch einen behördlichen Eindruck: wirtschaftlich und behördlich

Resultat: Nach vier Wochen liegt immer noch kein Ergebnis vor. Wohlgemerkt, die Auftrag hat eine exentielle Dimension.

Ich muss wohl niemandem sagen, dass der Werksleiter ungehalten ob dieser angebotenen Dienstleistung war. Klar ist aber auch, dass wissenschaftliche Untersuchungen manchmal länger dauern können. In diesem Fall hätte das Ergebnis aber sicherlich auch schneller geliefert werden können.

Dieses Problem stellt leider keinen Einzelfall da. Da Biologen an der Universität nicht auf den freien Markt vorbereitet werden, reden Dienstleister (Biologe) und Kunde immer wieder aneinander vorbei. Es kommt zu beidseitigen Irritationen und häufig auch zu Ärger. Schnell sind Biologen dann wieder im berühmten Elfenbeinturm. Dagegen gibt es viele Biologen, die sich am freien Markt „durchschlagen“, keine eigene Krankenversicherung bezahlen können und von ca. 10.000 € Jahresumsatz leben. Wenn der Elfenbeinturm so wenig einbringt, dann sollte keiner von uns Biologen diesen besteigen.

Das Ansehen der Biologen ist nicht wirklich gut, das Geschäftliche leider aber auch nicht. Es wird Zeit das sich da was ändert. Denn mit einer Ausbildung, die viel Zeit verschlingt, sollte sich mehr erreichen lassen.

Ich verweise auf einen Artikel, der dieses Thema aufgreift:
Kreuels, M. (2005): Entomologen müssen lernen, wirtschaftlich zu denken!“ DGaaE-Nachrichten 19(2): 121-122.

Gerne diskutiere ich mit Ihnen weiter über dieses Thema und stelle Ihre Anmerkungen hier auch ein.

Ihr Martin Kreuels

Eine Lanze für die Eltern!

Heute möchte ich das interessante Thema Spinnenängste ansprechen. Häufig werden die Ängste bereits im Kindesalter angelegt. Schuld sollen meistens die Eltern sein, oder die Eltern geben sich automatisch selber die Schuld.

In Teilen ist das sicherlich richtig, wenn furchtsame Eltern die Kinder vor diesen ‚Ungeheuern‘ schützen wollen. Viel wichtiger erscheint mir allerdings das gleichaltrige Umfeld zu sein. Kinder gehen in den Kindergarten, in die Schule, treffen sich mit Freunden, wo sie nicht unter der Aufsicht der Eltern stehen und wo sie sich mit Gleichaltrigen auseinandersetzen müssen.
Ist darunter ein dominanteres Kind, übernehmen die anderen Kindern leicht dessen Meinung. Soll heißen, sagt ein Kind:“Die Spinnen sind ekelig und gefährlich“ werden die anderen Kinder sicherlich nicht argumentieren „Aber hör mal, aus ökologischen Gründen ist es aber sinnvoll, dass die Spinnen im Naturhaushalt vorkommen!“ Vielmehr werden sie zu Hause ankommen und ebenfalls von den ‚ekeligen‘ Spinnen sprechen.

Diese Erfahrung habe ich mit meinem Ältesten gemacht, der bevor er in den Kindergarten ging, keine Angst vor Spinnen hatte. Wie auch, wenn sein Vater den ganzen Tag nichts anderes macht. Irgendwann kam er aus dem Kindergarten und meinte, dass wir alle Spinnen im Haus töten müssen. Auf meine Frage weshalb wir das grausige Werk vollbringen sollen, sprach er von Tobias, einem haudrauf aus dem Kindergarten. Tobias hätte gesagt, dass die Spinnen ‚blöd‘ seien. Mittlerweile hat er seine Meinung wieder geändert.

Die Lanze, die ich brechen möchte, gilt übrigens auch für Kindergärtnerinnen. Bei vielen Veranstaltungen sehe ich ihre Angst, aber sie geben sich die größte Mühe sachlich dieses Thema an ihre Kinder zu vermitteln.

Auch hierzu gibt es einen kleinen Aufsatz:
Kreuels, M. (2002). „Das Verhältnis zwischen Menschen und Spinnen.“ Igel-Journal 15: 22-24.

Es liegt also nicht nur an uns Erwachsenen!

Ihr Martin Kreuels

Spinnen im Haus = gutes Raumklima?

Wer kennt nicht diese Aussagen. Weitere sind:

– Spinnen legen ihre Eier in die offenen Münder von Schlafenden.
– Die Kreuzspinne ist gefährlich, deshalb hat sie auch das Todeszeichen, ein Kreuz, auf dem Rücken.
– Herbstzeit ist Spinnenzeit!
etc.

Sie haben sie sicherlich auch schon gehört. In der Tat halten sich diese Sprüche hartnäckig, obwohl an ihnen nichts dran ist. Wer sich diese Sätze hat einfallen lassen ist nicht klar. Sie gehören in den Bereich der Vorurteile. Allerdings kann man jedem Spruch eine logische Erklärung hinzufügen. Versuchen wir dies für die oben genannten:

Spinnen im Haus = gutes Raumklima
Dieser Spruch kommt aus dem bäuerlichen Bereich und ist fast schon selbsterklärend. In der Landwirtschaft, gerade in der, die viele Jahre zurückliegt, wohnte das Vieh mit im Haus. Oder anders herum, lebte der Mensch in der Nähe des Stalles. Das in einem Stall viele Fliegen vorkommen, muss ich ihnen nicht sagen. Da Bauern aber auf dem Land leben und die „gesunde Landluft“ einatmen, musste sich zwangsläufig daraus ein Zusammenhang entwickeln. Denn wenn dort viele Fliegen vorkommen, leben dort natürlich auch viele Spinnen, da Fliegen die Beutetiere der Spinnen sind. Im Umkehrschluss muss sich also der landwirtschaftsferne Normalbürger heute fragen lassen: Haben Sie viele Spinnen? Dann ähnelt ihr Heim einem Stall? Vorausgesetzt natürlich es sind wrklich viele Spinnen!

Spinnen legen ihre Eier in die offenen Münder von Schlafenden.
Natürlich ist das nicht wahr. Spinnen meiden im Großen und Ganzen feuchte Standorte. Das können Sie morgens, wenn der Tau auf den Wiesen liegt, selber beobachten. Denn während dieser Zeit sind die Spinnen, die ohne Netze jagen, nicht wirklich laufaktiv. Die Beine laufend nämlich Gefahr durch die feinen Wassertropfen miteinander zu verkleben. Das Resultat wäre eine Laufunfähigkeit, die dazu führt, dass die Spinne nicht jagen kann. Also warum sollte sie dann herumlaufen.
Aber zurück zum schlafenden Durchschnittsschnarcher. Früher hielt man scheinbar toten Menschen einen Spiegel vor dem Mund, um zu sehen, ob dieser beschlägt. Beschlägt er mit ausgeatmetem Wasserdampf, so lebte die getestete Person. Wir atmen also Wasserdampf aus. Die Spinnen nehmen so etwas war und meiden diese Plätze. Hinzu kommt, dass die Eier nie in die Nähe des Wassers abgelegt werden. Die Gefahr, dass die Eier unter Wasser geraten und nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden ist einfach zu groß.

Die Kreuzspinne ist gefährlich, deshalb hat sie auch das Todeszeichen, ein Kreuz, auf dem Rücken.
Hier können wir es uns leicht machen. Spinnen haben in der Regel nur soviel Kraft, wie sie benötigen, um ein Insekt zu erlegen. Uns Menschen können sie nur an den Stellen beißen, wo sie durch die Haut kommen. Dies sind Armbeuge oder die Bereiche zwischen den Fingern. Die Reaktion bezogen auf einen Nichtallergiker ist ein juckender Punkt, ähnlich dem einer Mücke. Mehr nicht…

Herbstzeit ist Spinnenzeit!
Ja, für netzbauenden Spinnen, die dann erwachsen sind. Im Frühjahr dagegen sind die bodenbewohnenden Spinnen aktiv, die wir aber schlechter sehen. Letztlich sind also im Herbst nicht mehr Spinnen da, als im Frühjahr/Frühsommer, wir sehen sie nur besser, weil sie unserem Auge näher sind.

Sie sehen also, vieles ist Aberglaube, der sich leicht widerlegen lässt.

Haben Sie eigene Sprüche, die Sie nicht erklären können? Schreiben Sie mir, ich stelle Ihren Spruch hier ein und versuche ihn zu erklären.

Ihr Martin Kreuels

Chance nicht genutzt!

2002 wurde mit einer Vorlaufzeit von einem Jahr ein Biologennetzwerk gegründet. Die aufgenommenen Biologen, alles Spezialisten zu einer Tier- oder Pflanzengruppe, sollte aus ihrem isolierten Spezialistentum herausgeführt werden, so dass diese die Möglichkeit bekamen, Kontakt untereinander aufzubauen, um gemeinsam an größere Projekte heranzukommen. Ein wichtiger Hintergrund ist und war, dass die Spezialisten meist alleine und ohne Hilfe am Markt auftraten, und sich um Aufträge bewarben. Eine wirtschaftliche Ausbildung hatten diese an der Uni nicht genossen und deshalb lag es nahe, Synergien zu schaffen, um Informationen untereinander auszutauschen. Neben der gemeinsamen Plattform gab es einen wöchentlichen Rundbrief und Quartalstreffen, am Ende sogar an wechselnden Orten, um die Fahrtkosten zu reduzieren.

Ergebnis der ersten 5 Jahre: Von den über 70 Biologen nahmen gerade mal 5-6 Biologen die Angebote in Anspruch.

Aber warum ist das so?
Sicherlich kann man an der Konzeption des Netzwerkes arbeiten, was auch im Jahr 2007 geschehen soll, aber die Gründe liegen doch tiefer. Die universitäre Ausbildung formt jeden Studenten zu einem Einzelgänger. Jeder verteidigt seinen Wissenschaftsbereich und auch von den Professoren wird nicht der Eindruck vermittelt, als das eine Zusammenarbeit Vorteile generieren würde. So schließt der Ottonormalbiologe sein Studium nach 5-6 Jahren als diplomierte Fachkraft, bei Doktoren müssen wir noch 3-4 Jahre oben aufrechnen, ab. Was hat er gelernt: Seine Wissenschaft! Und sonst???

Er weiß nicht, wie er sich auf Stellen bewerben soll!
Wie trete ich vor einem potentiellen Kunden oder Arbeitgeber auf?
Wie bewerbe ich mich?
Will ich mich selbstständig machen oder doch als Angestellter arbeiten?
Wie mache ich mich selbstständig?
Wie biete ich meine Kenntnisse dem Markt an?
Marketing?
Was ist Buchführung?
und und und…

Es mag hart klingen, aber die hochdekorierte Absolvent hat nun gerade mal den Status eines Schulabgängers. Klar mit mehr Fachwissen, aber nur mit dem gleichen Wissen, wie es mit einem weiter gehen soll, wie der, der die Schule verlässt. Dazu kommt ironischer Weise, dass er nun in der Familienplanunsgphase mit Mitte 30 steckt.

All dies waren Gründe, genau die fehlenden Aspekte des Biologen durch ein Netzwerk zu kompensieren, die nicht von der Universität geboten werden. Leider wurde dies bisher nur von wenigen genutzt, die Einzelkämpfermentalität war doch zu stark.

Und leider müssen wir Biologen uns eingestehen, das der Hauptschüler in einem Ausbildungsteam, da schon weiter ist, auch ohne Diplomzeugnis oder Doktortitel.

Ihr Martin Kreuels

Klimaveränderung

Liebe Kollegen und Kolleginnen,

kennen Sie Mojib Latif? Viele sicherlich nicht vom Namen her, aber aus dem Fernsehen. Er ist der Klimatologe, der interviewt wird, wenn es um Klimaveränderungen geht. Warum wird aber nur er und vielleicht noch Kachelmann genannt? Na, wissen Sie es? Weil sie Informationen geben. Weil sie sich nicht scheuen, sich vorne hinzustellen und zu reden, auch wenn sie manchmal falsch liegen. Sie bieten aber auch weitere Dienstleistungen an, wie beispielsweise der Kachelmann, der für Versicherungen oder Energie wirbt. Ist das ethisch moralisch zu vertreten? Ich denke schon.

Ja, ich weiß, mit meinen nachfolgenden Worten werde ich nun dem Einen oder Anderen gehörig auf die Füsse treten. Aber ich möchte doch mehr Ehrlichkeit anmahnen in unserer Zunft der Biologen.

Die Klimaveränderung, die uns wohl bevorsteht, wird einschneidende Veränderungen nicht nur lokal, sondern global haben. Die Katastrophe, die auf uns zukommt, wird viel Leid bringen. Veränderungen, denen viele nicht gewachsen sein werden. All die negativen Aspekte müssen wir nicht diskutieren, es wird sie geben und das ist nicht gut. Was tun wir Biologen, wir klagen an, wir malen grausige Szenarien an die Wand, wir machen Vorwürfe, wir werden emotional. Aber muss das sein. Das vieles schlechter wird, sehen die Menschen selber. Dafür wird kein Akademiker benötigt. Müssen nicht gerade wir die Emotionen aus dem Spiel lassen und rational und logisch argumentieren?

Das die Klimaveränderung kommt, werden wir nicht ändern können. Allenfalls abmildern, wenn überhaupt. Wir Menschen haben es zu einem guten Teil mitverbockt. Das haben wir zu akzeptieren. Aber wir müssen auch nach Vorne schauen, Änderungen ergreifen wo sie notwendig sind und vor allem Handeln. Wir als Naturwissenschaftler haben nun die Chance unser verstaubtes Image aufzupolieren, denn es wird zwei große Bereiche geben, an die die Menschen zukünftig Fragen stellen werden: die Biologie und die Klimatologie.

Wir haben damit zwei Aufgaben zu bewältigen:
1) Wir müssen Veränderungen sorgsam dokumentieren und dem Menschen übersetzen, und
2) wir müssen Antworten auf Fragen geben, die die Menschen betreffen. Und sie werden viele Fragen haben.

Deshalb möchte ich alle Naturwissenschaftler auffordern, nicht nur zu klagen, sondern nach Vorne zu treten und zu Antworten, wo es möglich ist. Natürlich werden die Bedenkenträger jetzt nach vorne springen und rufen: „Wir wissen aber noch nichts.“ Nur dass dieses Nichts immer noch mehr ist, als das was Nichtwissenschaftler wissen können. Jede kleine Information, die weiter gegeben wird ist wichtig.

Und die Klimaveränderung bringt unserer pragmatisch handelnden Lebensform auch neue Wege. Holzfonds hatten im letzten Jahr eine Rendite von 20%, regenerative Energien boomen wie nie. Es gibt wieder einmal Gewinner und Verlierer. Warum versuchen wir Wissenschaftler nicht, die Chance zu nutzen, und Hebel im Zusammenleben, in der Wirtschaft, in der Politik umzulegen, damit wir manches aus dem Lot geratene und dabei meine ich nicht nur das Klima, wieder auf den richtigen Weg führen.

Wir haben die Kompetenz. Sicherlich mehr als manch Manager in einem Konzern. Warum nutzen wir diese nicht, zum Wohle aller!

Ihr Martin Kreuels

Konfrontationstherapie

Liebe Leser,

heute Abend lief um kurz nach 22 Uhr ein Bericht in Frau TV zum Thema Spinnenangst, die sogenannte Arachnophobie. Psychologen aus Jena bearbeiten dieses Thema zur Zeit in einer wissenschaftlichen Studie. Bis hierhin gibt es keine Einwände und die Studie ist auf jeden Fall zu unterstützen und wird wichtige Resultate liefern.

Es gibt allerdings einen Haken an der Geschichte: Die mögliche Therapie wird mit einer Vogelspinne durchgeführt. Aber warum ist das ein Problem?

Ich übe jetzt seit fast 7 Jahren mit Menschen, die Spinnenekel oder Spinnenängste haben, teilweise sogar in Zusammenarbeit mit Psychologen. Die Erfahrung lehrt, dass die Spinnenangst zwar auch mit einer Vogelspinne behoben werden kann, dies aber nicht das wirkliche Problem löst, und die dauerhafte Wirkung meist bald wieder nachlässt. Die Menschen, die mit Vogelspinnen konfrontiert werden, äußern nach kurzer Zeit immer wieder, dass eine Vogelspinne nicht so schlimm sei, da sie durch die dichte Behaarung einem Stofftier ähneln würde. Das eigentliche Problem sind tatsächlich die erheblich kleineren Spinnen im Haus, wie beispielsweise die Hauswinkelspinnen. Eine wirklich sinnvolle Konfrontation kann demnach nur mit einheimischen Spinnen stattfinden, da die ängstlichen Menschen im eigenen Umfeld (zu Hause, bei der Arbeit) eben nicht mit Vogelspinnen in Kontakt kommen, wohl aber mit der Hauswinkelspinnen. Diese Spinne ist meist zarter gebaut, hat auch viele Haare, ist dunkel gefärbt und vor allem läuft sie hektisch schnell.

Ich plädiere demnach dafür, Menschen mit Spinnenängsten auch die Tiere vorzuführen, die sie hier immer wieder sehen können. Vogelspinnen werden wir in naher Zukunft sicherlich nicht als heimische freilebende Spinnen antreffen (*). Aber vielleicht gehört die große, stark behaarte Vogelspinne als Teil der Show mit dazu und der Therapierende kann dokumentieren, wie „taff“ er doch ist! Dies aber nur als abschließende Hypothese.

Gruß Ihr Martin Kreuels

(*) Eine kurze wissenschaftliche Anmerkung ist hier notwendig: Natürlich haben wir auch hier in Deutschland heimische Vogelspinnenverwandte. Diese Arten (3) werden aber nur 1,5-2 cm groß, leben in unterirdischen Schläuchen und ähneln den tropischen Vogelspinnen, die für Therapien eingesetzt werden, nicht.

Naturschutz und Kinder

Liebe Leser,

vor drei Tagen habe ich eine naturkundliche Exkursion für Kinder in Rheinberg (Niederrhein) durchgeführt. Dort sind wir an den Rhein und auf dessen Wiesen auf Insekten- und Spinnensuche gegangen. Ziel war es, den Kindern einen ersten Kontakt zu den Bodentieren fachkundlich zu ermöglichen. Die Kinder sollten, wenn sie es wollten, die Tiere berühren und dann wieder frei lassen.

Nach einer Stunde Wanderungen, die Kinder waren zwischen 5 und 11 Jahre alt plus einem Kind mit einem Gehgips, haben am Rand einer Wiese, eine kurze Rast eingelegt. Die Kinder waren aber nach wenigen Minuten schon wieder fitt und liefen auf die ungemähte Wiese und fingen Tiere.

Es dauerte keine 5 Minuten da stand eine Dame (Mitte 40) vor uns und wies uns darauf hin, dass wir die Wiesen nicht betreten dürften. Dies könnten wir ja überall auf den Schildern ablesen. Dies sei schließlich Naturschutzgebiet. Kurzfristig habe ich überlegt Protest einzulegen, wies aber die Frau nur daraufhin, dass wir bis zu diesem Punkt noch kein Schild gesehen hätten, was die Kinder bestätigten. Der Frau war es egal und sie wies noch einmal in aller Deutlichkeit darauf hin.

Was schließen wir daraus: Natürlich hat der Naturschutz das Recht, Flächen vor dem Menschen und seinen Eingriffen zu schützen. Deshalb gibt es ihn ja. Wir dürfen aber über all dieser Problematik eines nicht vergessen, oder fangen wir vielmehr vorne an:

– Es standen Schilder hinter Hecken, die nicht von Amtsseite dort aufgestellt waren. Es war eine erhobene Hand mit dem Hinweis die Flächen nicht zu betreten.
– Das Gebiet stand nicht unter Naturschutz, sondern unter Landschaftsschutz!

Aber das ist m.E. nicht wesentlich. Ich versuche durch Exkursionen, die Kinder in die Natur zu führen, ihnen Tiere und Pflanzen zu zeigen und sie zu begeistern. Naturschutz kann man nur praktizieren, wenn man es begriffen hat. D.h., dass man die Tiere und Pflanzen angefasst hat. Die enge Auslegung des Naturschutzgedankens kann nicht bedeuten, den Menschen aus der Natur zu verbannen, da wir selber auch Teil der Natur sind. Und was viel schwerer wiegt: Wir Erwachsene betreiben Naturschutz und unsere Kinder sollen dies weiterführen. Dazu müssen sie es aber lernen und da helfen keine Schilder oder Verbote, sondern das Praktizieren in der Natur, das anfassen der Tiere, aber auch wieder das Freilassen der Tiere in ihre natürlichen Umgebung.

Liebe Leser: Vielleicht haben Sie ähnliche Erfahrungen gemacht, oder Sie möchten mir widersprechen. Nur zu, ich übernehmen gerne Ihre Texte.

Gruß Ihr Martin Kreuels

…und Noah hat doch Recht!

Anstoß für diese Gedanken war eine Beobachtung in der weiteren Familie und die Beobachtung der Berichterstattung in den Medien. Dazu beschreibe ich Ihnen mal ein Bild.

Stellen Sie sich vor, Sie befinden sich innerhalb eines Tales in einem kleinen Ort. Weiße hübsche Häuser stehen nebeneinander, dazwischen einzelne Häuschen in Bootsform mit einem kleinen Garten drumherum. Rechts und links sind hohe Berge zu sehen auf denen Eis und Schnee liegt. Im Tal selber ist es grün, kleinere Wälder sind vorhanden, ein schöner geschwungener Bach verläuft durch das Tal. Die Kühe stehen gut genährt auf der Weide. Die Sonne scheint, es ist angenehm warm. Die Vögel singen, die Menschen sind gut gelaunt. Jede Familie hat einen kleinen Schatz, den sie behüten und umsorgen müssen. Für die Einen besteht der Schatz aus Besitz für die Anderen (Bootshausbesitzer) ist der Schatz das Leben, so kitschig es klingen mag, an sich.

Das Tal ist nach hinten hin offen, dort sieht man Rauch, Steinschüttungen von den Hängen haben sich ins Tal ergossen, auf dem Wasser schwimmt Öl. Die Häuser dort sind teilweise zerstört. Bäume stehen abgebrochen am Wegesrand.
Das Tal nach vorne hin ist begrenzt durch einen Wall, den man nicht übersehen kann. Sie wissen nicht was da vorne hinter dem Wall ist. Sie wissen auch nicht, ob der Damm dauerhaft halten wird.

Sie kommen nun in diesen kleinen beschaulichen Ort und sollen entscheiden, wie sie dort wohnen möchten. Bauen Sie sich ein schönes Haus in das Sie alles stecken, was Sie haben oder bauen Sie eher die kauzige Variante, nämlich ein Boot? Lassen Sie Sich beraten oder entscheiden Sie aufgrund der vorgefundenen Sachlage, nämlich dem was Sie beobachten? Also vor dem, was passieren könnte.

Um Ihnen meine Sichtweise zu zeigen, ordne ich den Begebenheiten mal Parallelen aus unserer Welt zu:

Das Tal ist unsere kleine Welt, die Häuser sind die Länder und Orte in denen wir leben, der kleine Schatz ist das was wir haben, nämlich unser Leben. Das Tal hinter uns ist unsere teilweise schlechte Vergangenheit mit viel Umweltverschmutzung und Kriegen. Das Tal vor uns ist die Zukunft, vielleicht Wirtschaftskrise, vielleicht Klimawandel, vielleicht eine gute Zukunft.

Viele Leute im Tal haben sich beraten lassen und alles in Eigentum gesteckt, sich verschuldet, sich krumarbeitend für das Bild nach außen. Die kauzigen Leute in den Booten, sind vielleicht eher negativ denkende Menschen, die auf Sicherheit gehen. Sie bauen was Kleines, durch das man sich nicht verschuldet, sie haben andere Werte, nämlich ihr Leben und die Natur. Hört sich ökologisch, grün, vielleicht sogar naiv an. Aber wenn Sie alles, also wirklich alles beiseite lassen, stehen Sie nackt vor dem Spiegel. Dann haben Sie nur sich. Alles andere hat letztlich keinen Wert. Und sollten wir nicht auch so entscheiden? Die Zukunft ist ungewiss und das Risiko, egal was Sie machen, ist riesig.

Fazit: Bleiben Sie auf dem Teppich!

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