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Chance nicht genutzt!

2002 wurde mit einer Vorlaufzeit von einem Jahr ein Biologennetzwerk gegründet. Die aufgenommenen Biologen, alles Spezialisten zu einer Tier- oder Pflanzengruppe, sollte aus ihrem isolierten Spezialistentum herausgeführt werden, so dass diese die Möglichkeit bekamen, Kontakt untereinander aufzubauen, um gemeinsam an größere Projekte heranzukommen. Ein wichtiger Hintergrund ist und war, dass die Spezialisten meist alleine und ohne Hilfe am Markt auftraten, und sich um Aufträge bewarben. Eine wirtschaftliche Ausbildung hatten diese an der Uni nicht genossen und deshalb lag es nahe, Synergien zu schaffen, um Informationen untereinander auszutauschen. Neben der gemeinsamen Plattform gab es einen wöchentlichen Rundbrief und Quartalstreffen, am Ende sogar an wechselnden Orten, um die Fahrtkosten zu reduzieren.

Ergebnis der ersten 5 Jahre: Von den über 70 Biologen nahmen gerade mal 5-6 Biologen die Angebote in Anspruch.

Aber warum ist das so?
Sicherlich kann man an der Konzeption des Netzwerkes arbeiten, was auch im Jahr 2007 geschehen soll, aber die Gründe liegen doch tiefer. Die universitäre Ausbildung formt jeden Studenten zu einem Einzelgänger. Jeder verteidigt seinen Wissenschaftsbereich und auch von den Professoren wird nicht der Eindruck vermittelt, als das eine Zusammenarbeit Vorteile generieren würde. So schließt der Ottonormalbiologe sein Studium nach 5-6 Jahren als diplomierte Fachkraft, bei Doktoren müssen wir noch 3-4 Jahre oben aufrechnen, ab. Was hat er gelernt: Seine Wissenschaft! Und sonst???

Er weiß nicht, wie er sich auf Stellen bewerben soll!
Wie trete ich vor einem potentiellen Kunden oder Arbeitgeber auf?
Wie bewerbe ich mich?
Will ich mich selbstständig machen oder doch als Angestellter arbeiten?
Wie mache ich mich selbstständig?
Wie biete ich meine Kenntnisse dem Markt an?
Marketing?
Was ist Buchführung?
und und und…

Es mag hart klingen, aber die hochdekorierte Absolvent hat nun gerade mal den Status eines Schulabgängers. Klar mit mehr Fachwissen, aber nur mit dem gleichen Wissen, wie es mit einem weiter gehen soll, wie der, der die Schule verlässt. Dazu kommt ironischer Weise, dass er nun in der Familienplanunsgphase mit Mitte 30 steckt.

All dies waren Gründe, genau die fehlenden Aspekte des Biologen durch ein Netzwerk zu kompensieren, die nicht von der Universität geboten werden. Leider wurde dies bisher nur von wenigen genutzt, die Einzelkämpfermentalität war doch zu stark.

Und leider müssen wir Biologen uns eingestehen, das der Hauptschüler in einem Ausbildungsteam, da schon weiter ist, auch ohne Diplomzeugnis oder Doktortitel.

Ihr Martin Kreuels

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