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Klimaveränderung

Liebe Kollegen und Kolleginnen,

kennen Sie Mojib Latif? Viele sicherlich nicht vom Namen her, aber aus dem Fernsehen. Er ist der Klimatologe, der interviewt wird, wenn es um Klimaveränderungen geht. Warum wird aber nur er und vielleicht noch Kachelmann genannt? Na, wissen Sie es? Weil sie Informationen geben. Weil sie sich nicht scheuen, sich vorne hinzustellen und zu reden, auch wenn sie manchmal falsch liegen. Sie bieten aber auch weitere Dienstleistungen an, wie beispielsweise der Kachelmann, der für Versicherungen oder Energie wirbt. Ist das ethisch moralisch zu vertreten? Ich denke schon.

Ja, ich weiß, mit meinen nachfolgenden Worten werde ich nun dem Einen oder Anderen gehörig auf die Füsse treten. Aber ich möchte doch mehr Ehrlichkeit anmahnen in unserer Zunft der Biologen.

Die Klimaveränderung, die uns wohl bevorsteht, wird einschneidende Veränderungen nicht nur lokal, sondern global haben. Die Katastrophe, die auf uns zukommt, wird viel Leid bringen. Veränderungen, denen viele nicht gewachsen sein werden. All die negativen Aspekte müssen wir nicht diskutieren, es wird sie geben und das ist nicht gut. Was tun wir Biologen, wir klagen an, wir malen grausige Szenarien an die Wand, wir machen Vorwürfe, wir werden emotional. Aber muss das sein. Das vieles schlechter wird, sehen die Menschen selber. Dafür wird kein Akademiker benötigt. Müssen nicht gerade wir die Emotionen aus dem Spiel lassen und rational und logisch argumentieren?

Das die Klimaveränderung kommt, werden wir nicht ändern können. Allenfalls abmildern, wenn überhaupt. Wir Menschen haben es zu einem guten Teil mitverbockt. Das haben wir zu akzeptieren. Aber wir müssen auch nach Vorne schauen, Änderungen ergreifen wo sie notwendig sind und vor allem Handeln. Wir als Naturwissenschaftler haben nun die Chance unser verstaubtes Image aufzupolieren, denn es wird zwei große Bereiche geben, an die die Menschen zukünftig Fragen stellen werden: die Biologie und die Klimatologie.

Wir haben damit zwei Aufgaben zu bewältigen:
1) Wir müssen Veränderungen sorgsam dokumentieren und dem Menschen übersetzen, und
2) wir müssen Antworten auf Fragen geben, die die Menschen betreffen. Und sie werden viele Fragen haben.

Deshalb möchte ich alle Naturwissenschaftler auffordern, nicht nur zu klagen, sondern nach Vorne zu treten und zu Antworten, wo es möglich ist. Natürlich werden die Bedenkenträger jetzt nach vorne springen und rufen: „Wir wissen aber noch nichts.“ Nur dass dieses Nichts immer noch mehr ist, als das was Nichtwissenschaftler wissen können. Jede kleine Information, die weiter gegeben wird ist wichtig.

Und die Klimaveränderung bringt unserer pragmatisch handelnden Lebensform auch neue Wege. Holzfonds hatten im letzten Jahr eine Rendite von 20%, regenerative Energien boomen wie nie. Es gibt wieder einmal Gewinner und Verlierer. Warum versuchen wir Wissenschaftler nicht, die Chance zu nutzen, und Hebel im Zusammenleben, in der Wirtschaft, in der Politik umzulegen, damit wir manches aus dem Lot geratene und dabei meine ich nicht nur das Klima, wieder auf den richtigen Weg führen.

Wir haben die Kompetenz. Sicherlich mehr als manch Manager in einem Konzern. Warum nutzen wir diese nicht, zum Wohle aller!

Ihr Martin Kreuels

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