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Naturschutz und Kinder

Liebe Leser,

vor drei Tagen habe ich eine naturkundliche Exkursion für Kinder in Rheinberg (Niederrhein) durchgeführt. Dort sind wir an den Rhein und auf dessen Wiesen auf Insekten- und Spinnensuche gegangen. Ziel war es, den Kindern einen ersten Kontakt zu den Bodentieren fachkundlich zu ermöglichen. Die Kinder sollten, wenn sie es wollten, die Tiere berühren und dann wieder frei lassen.

Nach einer Stunde Wanderungen, die Kinder waren zwischen 5 und 11 Jahre alt plus einem Kind mit einem Gehgips, haben am Rand einer Wiese, eine kurze Rast eingelegt. Die Kinder waren aber nach wenigen Minuten schon wieder fitt und liefen auf die ungemähte Wiese und fingen Tiere.

Es dauerte keine 5 Minuten da stand eine Dame (Mitte 40) vor uns und wies uns darauf hin, dass wir die Wiesen nicht betreten dürften. Dies könnten wir ja überall auf den Schildern ablesen. Dies sei schließlich Naturschutzgebiet. Kurzfristig habe ich überlegt Protest einzulegen, wies aber die Frau nur daraufhin, dass wir bis zu diesem Punkt noch kein Schild gesehen hätten, was die Kinder bestätigten. Der Frau war es egal und sie wies noch einmal in aller Deutlichkeit darauf hin.

Was schließen wir daraus: Natürlich hat der Naturschutz das Recht, Flächen vor dem Menschen und seinen Eingriffen zu schützen. Deshalb gibt es ihn ja. Wir dürfen aber über all dieser Problematik eines nicht vergessen, oder fangen wir vielmehr vorne an:

– Es standen Schilder hinter Hecken, die nicht von Amtsseite dort aufgestellt waren. Es war eine erhobene Hand mit dem Hinweis die Flächen nicht zu betreten.
– Das Gebiet stand nicht unter Naturschutz, sondern unter Landschaftsschutz!

Aber das ist m.E. nicht wesentlich. Ich versuche durch Exkursionen, die Kinder in die Natur zu führen, ihnen Tiere und Pflanzen zu zeigen und sie zu begeistern. Naturschutz kann man nur praktizieren, wenn man es begriffen hat. D.h., dass man die Tiere und Pflanzen angefasst hat. Die enge Auslegung des Naturschutzgedankens kann nicht bedeuten, den Menschen aus der Natur zu verbannen, da wir selber auch Teil der Natur sind. Und was viel schwerer wiegt: Wir Erwachsene betreiben Naturschutz und unsere Kinder sollen dies weiterführen. Dazu müssen sie es aber lernen und da helfen keine Schilder oder Verbote, sondern das Praktizieren in der Natur, das anfassen der Tiere, aber auch wieder das Freilassen der Tiere in ihre natürlichen Umgebung.

Liebe Leser: Vielleicht haben Sie ähnliche Erfahrungen gemacht, oder Sie möchten mir widersprechen. Nur zu, ich übernehmen gerne Ihre Texte.

Gruß Ihr Martin Kreuels

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