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Spinnen im Haus = gutes Raumklima?

Wer kennt nicht diese Aussagen. Weitere sind:

– Spinnen legen ihre Eier in die offenen Münder von Schlafenden.
– Die Kreuzspinne ist gefährlich, deshalb hat sie auch das Todeszeichen, ein Kreuz, auf dem Rücken.
– Herbstzeit ist Spinnenzeit!
etc.

Sie haben sie sicherlich auch schon gehört. In der Tat halten sich diese Sprüche hartnäckig, obwohl an ihnen nichts dran ist. Wer sich diese Sätze hat einfallen lassen ist nicht klar. Sie gehören in den Bereich der Vorurteile. Allerdings kann man jedem Spruch eine logische Erklärung hinzufügen. Versuchen wir dies für die oben genannten:

Spinnen im Haus = gutes Raumklima
Dieser Spruch kommt aus dem bäuerlichen Bereich und ist fast schon selbsterklärend. In der Landwirtschaft, gerade in der, die viele Jahre zurückliegt, wohnte das Vieh mit im Haus. Oder anders herum, lebte der Mensch in der Nähe des Stalles. Das in einem Stall viele Fliegen vorkommen, muss ich ihnen nicht sagen. Da Bauern aber auf dem Land leben und die „gesunde Landluft“ einatmen, musste sich zwangsläufig daraus ein Zusammenhang entwickeln. Denn wenn dort viele Fliegen vorkommen, leben dort natürlich auch viele Spinnen, da Fliegen die Beutetiere der Spinnen sind. Im Umkehrschluss muss sich also der landwirtschaftsferne Normalbürger heute fragen lassen: Haben Sie viele Spinnen? Dann ähnelt ihr Heim einem Stall? Vorausgesetzt natürlich es sind wrklich viele Spinnen!

Spinnen legen ihre Eier in die offenen Münder von Schlafenden.
Natürlich ist das nicht wahr. Spinnen meiden im Großen und Ganzen feuchte Standorte. Das können Sie morgens, wenn der Tau auf den Wiesen liegt, selber beobachten. Denn während dieser Zeit sind die Spinnen, die ohne Netze jagen, nicht wirklich laufaktiv. Die Beine laufend nämlich Gefahr durch die feinen Wassertropfen miteinander zu verkleben. Das Resultat wäre eine Laufunfähigkeit, die dazu führt, dass die Spinne nicht jagen kann. Also warum sollte sie dann herumlaufen.
Aber zurück zum schlafenden Durchschnittsschnarcher. Früher hielt man scheinbar toten Menschen einen Spiegel vor dem Mund, um zu sehen, ob dieser beschlägt. Beschlägt er mit ausgeatmetem Wasserdampf, so lebte die getestete Person. Wir atmen also Wasserdampf aus. Die Spinnen nehmen so etwas war und meiden diese Plätze. Hinzu kommt, dass die Eier nie in die Nähe des Wassers abgelegt werden. Die Gefahr, dass die Eier unter Wasser geraten und nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden ist einfach zu groß.

Die Kreuzspinne ist gefährlich, deshalb hat sie auch das Todeszeichen, ein Kreuz, auf dem Rücken.
Hier können wir es uns leicht machen. Spinnen haben in der Regel nur soviel Kraft, wie sie benötigen, um ein Insekt zu erlegen. Uns Menschen können sie nur an den Stellen beißen, wo sie durch die Haut kommen. Dies sind Armbeuge oder die Bereiche zwischen den Fingern. Die Reaktion bezogen auf einen Nichtallergiker ist ein juckender Punkt, ähnlich dem einer Mücke. Mehr nicht…

Herbstzeit ist Spinnenzeit!
Ja, für netzbauenden Spinnen, die dann erwachsen sind. Im Frühjahr dagegen sind die bodenbewohnenden Spinnen aktiv, die wir aber schlechter sehen. Letztlich sind also im Herbst nicht mehr Spinnen da, als im Frühjahr/Frühsommer, wir sehen sie nur besser, weil sie unserem Auge näher sind.

Sie sehen also, vieles ist Aberglaube, der sich leicht widerlegen lässt.

Haben Sie eigene Sprüche, die Sie nicht erklären können? Schreiben Sie mir, ich stelle Ihren Spruch hier ein und versuche ihn zu erklären.

Ihr Martin Kreuels

2 Kommentare

  1. Peterchen Clever:

    Ihe Artikel ist nicht richtig. Große Winkelspinnen z.B. sind fast nur im Herbst in der Wohnung und Kellern zu sehen, weil die Männchen dann auf der Suche nach Weibchen sind. Ansonsten sind die scheuen Achtbeiner gut versteckt, für uns unsichtbar.

  2. Bart:

    Was hat es für einen mystischen Grund, wenn bei uns Kreuzspinnen im Haus drinnen sind?

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