Moin zusammen,
anbei ein kritisches Thema:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,622993,00.html
Ich halte den Artikel für falsch oder zumindest sehr gewagt hinsichtlich seiner Interpretation. Leider ging er heute ziemlich durch die Zeitungen und schürt damit unnötig Ängste vor Riesenspinnen.
Falsch halte ich ihn aus folgenden Gründen:
a) Klima wird als ein Phänomen charakterisiert, dass sich langfristig an einem Ort messen lässt. Als Bezugsgröße werden mindestens 30 Jahre genannt. In der vorliegenden Studie liegen aber nur 10 Jahre zugrunden. Andere Wissenschaftler gehen von noch viel längeren Zeiträumen, wie 100 oder mehr Jahre (mehrere 1000 Jahre) (http://de.wikipedia.org/wiki/Klima) aus.
b) Bei gutem Nahrungsangebot werden die Tiere immer größer. Das ist aber auch logisch, da die Tiere dann mehr verstoffwechseln können. Bei schlechten Zeiten haben die Tiere einen Vorteil, die kleiner gebaut sind, da diese dann weniger verbrauchen. Diese kommen dann besser über die schlechte Zeit, können sich besser vermehren und produzieren natürlich auch eher kleine Nachkommen. Die Zahl kleiner Tiere nimmt dann statistisch zu. Genauso natürlich bei größeren Tieren. Das Nahrungsangebot ist also eine Art Auslösemechanismus für eine bestimmte Tiergröße.
Daraus folgt meines Erachtens:
Frage 1
Bleiben die Tiere auch größer, wenn wir jetzt mal 3 Jahre in Folge schlechte Bedingungen bekommen? Müsste ja dann so sein, denn der Kliamwandel ist ja ein langfristiger Aspekt. Wahrscheinlich wird aber die Zahl kleiner Spinnen wieder zunehmen!
Frage 2
Wie sieht es denn bei anderen Spinnen aus? Untersucht wurden in der vorliegenden Studie ja nur eine Art, nämlich Pardosa glacialis.
Fazit: Die Interpretation des Ergebnisses geht zu weit und ist gewagt, da nicht nachweisbar. Sinnvoll wäre eine Studie über 100 Jahre, die, zugegebenermaßen, schwierig durchzuführen wäre.
Man muss fast davon ausgehen, das die Wissenschaftler, jetzt bin ich mal frech, einen Anlass gesucht haben auf den Klimawandelzug aufzuspringen. Der liefert dann den Schlüssel um an Drittmittel heranzukommen. Das Einwerben von Drittmittel ist dabei nicht schlecht, wenn aber die Wissenschaft dazu gebraucht wird, nicht Wissenschaft zu betreiben, sondern nur an die Gelder zu kommen, um weitere Forschung zu finanzieren, halte ich das für unseriös. Denn daraus folgert dann, dass man die zukünftige Forschung auch kritisch betrachten muss.
Gruß Martin